Warum Olivenöl auf dem Schneidebrett keine gute Idee ist
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Warum Olivenöl auf dem Schneidebrett keine gute Idee ist
Das Problem mit Speiseölen auf Holz
Olivenöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl – all diese Öle haben eines gemeinsam: Sie sind ungesättigte Fettsäuren. Das klingt erst einmal gesund, ist für die Holzpflege aber ein Problem. Denn ungesättigte Fettsäuren oxidieren an der Luft – sie werden ranzig.
Was bedeutet das in der Praxis? Das Öl dringt ins Holz ein, trocknet dort aber nie vollständig aus. Stattdessen beginnt es mit der Zeit zu oxidieren und bildet unangenehm riechende Abbauprodukte. Das Brett riecht ranzig, der Geruch überträgt sich auf Lebensmittel – und lässt sich kaum noch entfernen.
Welche Öle eignen sich – und welche nicht?
Warum Leinölfirnis funktioniert – und Olivenöl nicht
Der entscheidende Unterschied liegt im Trocknungsverhalten. Leinölfirnis ist dreifach gekochtes Leinöl – durch den Kochprozess wird es zu einem sogenannten trocknenden Öl. Das bedeutet es oxidiert kontrolliert und härtet dabei vollständig aus. Es bildet eine feste, wasserabweisende Schutzschicht im Holz die nicht ranzig wird.
Olivenöl dagegen ist ein nicht-trocknendes Öl. Es oxidiert zwar auch – aber unkontrolliert und ohne jemals vollständig auszuhärten. Das Ergebnis ist eine klebrige, ranzig riechende Schicht tief im Holz.
Olivenöl vs. Holzwachs – der direkte Vergleich
- – Wird nach Wochen ranzig
- – Geruch überträgt sich auf Lebensmittel
- – Trocknet nicht vollständig aus
- – Schützt das Holz kaum
- – Brett kaum noch zu retten bei Ranzigkeit
- + In jeder Küche vorhanden
- + Wird nie ranzig
- + Lebensmittelecht & natürlich
- + Trocknet vollständig aus
- + Schützt langfristig vor Feuchtigkeit
- + Seidiger Glanz, angenehmer Duft
- + Hält Monate mit einer Anwendung
Was tun wenn das Brett schon ranzig riecht?
Wenn der Schaden bereits angerichtet ist gibt es noch einen letzten Rettungsversuch: Das Brett großzügig mit grobem Meersalz und frisch gepresstem Zitronensaft einreiben, 15–20 Minuten einwirken lassen und dann gründlich mit warmem Wasser abspülen. Der Zitronensaft hilft dabei die Oxidationsprodukte aufzulösen, das Salz wirkt als natürliches Schleifmittel.
Danach das Brett vollständig trocknen lassen – mindestens 24 Stunden – und dann mit Leinölfirnis und Holzwachs neu behandeln. Das kann den Geruch deutlich reduzieren, ihn aber nicht immer vollständig beseitigen wenn das Öl bereits tief eingedrungen ist.